Geocaching bewegt Jung und Alt

Moderne Schnitzeljagd bringt die ganze Familie spielerisch auf Trab

Bild: highwaystarz/AdobeStock

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Die Faszination von Geocaching ist seit vielen Jahren ungebrochen: Spaß an der Bewegung, am Unterwegssein, an der Knobelei und an der Herausforderung – die Motive, sich auf die Suche nach Geocaches zu begeben, sind vielfältig. Durch ihren spielerischen Charakter ist die digitale Schatzsuche bestens geeignet, um Jung und Alt in Bewegung zu bringen.

Die Grundregeln der GPS-Schatzsuche, die sich Anfang der 2000er Jahre auszubreiten begann, sind schnell erklärt: Jemand versteckt einen „Cache“ – kleine, nette Gegenstände sowie ein Logbuch – in luft- und regendichten Behältnissen an einem beliebigen Ort und veröffentlicht das Versteck anhand von geographischen Koordinaten im Internet. Anhand dieser Koordinaten und mithilfe eines GPS-Geräts oder einer Smartphone-App können sich nun Geocacher auf Schatzsuche begeben.

Wer einen Cache findet, darf einen Gegenstand aus dem Behälter herausnehmen – und sollte für den nächsten Cacher einen neuen Gegenstand hinterlassen. Außerdem kann sich der Besucher in das Logbuch eintragen. Anschließend wird der Cache wieder an derselben Stelle versteckt.

Vielfältige Cache-Arten und ungewöhnliche Fundorte

So einfach die Grundregeln des Geocachings sind, so vielfältig sind die Cache-Arten und die Fundorte. Neben den „Traditional Caches“, von der Community auch Tradis genannt, für die lediglich die Koordinaten benötigt werden, gibt es viele Varianten, die die Suche spannender und schwieriger machen. So müssen beispielsweise für einen „Multi Cache“ mehrere Stationen gefunden und abgelaufen werden, um an das sogenannte „Final“, also den finalen Versteckort, zu gelangen. Dabei bekommt man nicht unbedingt an jeder Station die exakten Koordinaten der nächsten, sondern nur Hinweise, die erst in der richtigen Kombination die korrekten Koordinaten ergeben.

Noch anspruchsvoller ist der „Mystery Cache“: Um an die finalen Koordinaten eines solchen zu gelangen, muss ein „Mysterium“ – bestehend aus vielerlei Rätseln – aufgedeckt werden, das in den vorläufigen Koordinaten verborgen ist. Die Besonderheit eines „Travel Caches“ wiederum ist, dass er immer wieder seine Position verändert, weil er von Besuchern mitgenommen und neu versteckt werden darf. Auf diese Weise soll so mancher Cache schon um die ganze Welt gereist sein.

Caches mit sportlichem Anspruch

Die Art des jeweiligen Geocaches ist auf der entsprechenden Plattform angegeben. Dort finden Cacher auch Informationen über Länge und Beschaffenheit der Wegstrecke, die auf der Suche zurückgelegt werden muss, sowie über benötigte Ausrüstungsgegenstände. Daraus lässt sich auch der sportliche Anspruch ableiten. Es gibt beispielsweise Caches in luftiger Höhe oder unter Wasser – dafür wird entsprechend Kletterzeug oder Taucherausrüstung empfohlen. Geocaches gibt es im Prinzip überall, in der Stadt, im Wald, auf einem Berg oder gar auf einem Parkplatz. Für den Anfänger empfiehlt es sich natürlich, zunächst in Bodennähe und am besten mit einem „Tradi“ anzufangen.

So starten Sie als Cacher

  • Melden Sie sich zunächst auf einer Geocaching-Plattform wie www.geocaching.comwww.opencaching.de oder www.geocaching-info.de an.
  • Suchen Sie sich eine zu Ihren Fähigkeiten und Voraussetzungen passende Aufgabe – orientieren Sie sich dabei an der Beschreibung zu Gelände, Schwierigkeit und Ausrüstung.
  • Geben Sie die Koordinaten in Ihr GPS-Gerät oder Smartphone ein.
  • Überlegen Sie sich, wie Sie die Route beginnen, ob Sie beispielsweise gleich zu Fuß loslegen können oder zunächst mit einem öffentlichen Verkehrsmittel oder dem Auto zum Ausgangspunkt fahren.
  • Starten Sie die Navigation mit Ihrem GPS-Gerät oder Ihrer App.
  • Haben Sie den Cache gefunden, dürfen Sie dem Behältnis ein Geschenk entnehmen und sich im Logbuch eintragen.
  • Legen Sie ein neues Tauschobjekt in das Behältnis und verstecken Sie es wieder genau dort, wo Sie es gefunden haben.

Geocaching kann physische und psychische Gesundheit verbessern

Wenn Sie jetzt noch wissen möchten, ob der „bewegte Rätselspaß“ auch einen Beitrag zu Ihrer Gesundheit und Fitness leistet – dann lautet die Antwort „ja“. Eine an einer texanischen Universität verfasste Dissertation von 2015 aus dem Fachgebiet „Health Education“ kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass Geocaching die physische und psychische Gesundheit verbessern kann. Wirksam seien dabei neben der Bewegung vor allem die Faktoren Spaß und soziale Interaktion.

Eine italienische Studie aus dem Jahr 2020 hat festgestellt, dass Geocaching einen Beitrag zum aktiven Altern gemäß WHO-Konzept leisten könne. Geocaching fördere durch „Gamification“ den Einsatz neuer Technologien und Bewegung bei älteren Menschen, heißt es in der Studie.

Aus Sicht der mendo:movo-Redaktion steht Geocaching idealtypisch für intelligente Bewegungsförderung. Das Zusammenspiel körperlicher und geistiger Tätigkeit, der hohe Spaßfaktor und die soziale Interaktion machen die digitale Schnitzeljagd zu einer Freizeitbeschäftigung mit vielen positiven Effekten für die Gesundheit. Zudem ist es ein ideales Hobby für die ganze Familie, da Schwierigkeitsstufe und Tempo selbst bestimmt werden können.

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