Die Kultur des agilen Arbeitens

Büroarbeit im Wandel – Teil 1: Wie sich die Arbeitsplatzkonzepte verändern

von Dr. Dieter Breithecker
Foto: Pixel-Shot/AdobeStock

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Der Faktor Mensch gilt längst als entscheidende Ressource, wenn es um den Erfolg eines Unternehmens geht. In der sich verändernden Arbeitswelt spielen deshalb neben Flexibilisierung und Digitalisierung, das individuelle körperlich-geistige Wohlbefinden der Mitarbeiter, ihre soziale Zufriedenheit sowie ihre Möglichkeiten zur Selbstentfaltung eine immer wichtigere Rolle. Das heißt aber auch, die als „New Work“, „Büroarbeit 4.0“ oder als „Agiles Arbeiten“ bezeichneten Veränderungen in der Arbeitswelt erfordern neue, flexible Arbeitsplatzkonzepte.

Räumliche und zeitliche Flexibilität im Homeoffice

Diese neue Kultur des Arbeitens ist gekennzeichnet durch flache Hierarchien, die selbstorganisiertes und sinnstiftendes Arbeiten in Teams ermöglichen sollen sowie flexible Strukturen, in denen Arbeitnehmer weder an das Firmenbüro noch an das Konzept des Nine-to-five-Jobs gebunden sind. Ein weiteres Charakteristikum dieser Arbeitskultur ist, dass die starren Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zunehmend verschwimmen. Die temporäre Arbeit aus dem Homeoffice ist dabei eine besonders gern genutzte Option, denn sie bietet nicht nur den Komfort der eigenen vier Wände, sondern erlaubt auch größtmögliche räumliche und zeitliche Flexibilität sowie Spielräume bei der Koordination von Beruflichem und Privatem.

Agiles Arbeiten erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit

Gerade die Corona-Pandemie hat schlagartig klargemacht, dass gut strukturiertes und mit der Unternehmensführung und den Kollegen gut koordiniertes mobiles Arbeiten funktionieren kann. „Gut koordiniert“ bedeutet vor allem, dass Teamgespräche sowie kollaborative Arbeitsprozesse auch auf virtueller Ebene umgesetzt werden können. Zentrale Annahme hinter dem Konzept des agilen Arbeitens ist, dass sich Anforderungen permanent verändern und nur eine schnelle Anpassungsfähigkeit erfolgssichernd ist. Im Arbeitsalltag bedeutet dies, dass ein zu bearbeitendes Projekt in kurze Intervalle – sogenannte Sprints – unterteilt wird, in denen Teams selbstorganisiert kollaborieren, um unter ständiger Verbesserung ihres Arbeitsprozesses schnell und zielführend zu einem Ergebnis zu kommen.

Inzwischen bestätigen diverse Studien, dass Menschen, die in Teams arbeiten, innovativer sind, bessere Ergebnisse erzielen und mit ihrer Arbeit zufriedener sind. Unternehmen, die die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz fördern, sind mit fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit leistungsstark und rentabel als solche, in denen eine Zusammenarbeit nicht gefördert wird. Hauptgrund dafür ist, dass agile Arbeitsprozesse sowohl die Produktivität als auch die Motivation der Mitarbeiter erhöhen, indem sie die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen stärken.

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Der Artikel ist eine adaptierte Version des Fachaufsatzes „Büroarbeit im Wandel" von Dr. Dieter Breithecker, erschienen in „Die Säule“, der gemeinsamen Mitgliederzeitschrift des Forum Gesunder Rücken – Besser leben e.V. und des Bundesverbands deutscher Rückenschulen (BdR).

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