Steh-Sitz-Tisch als Bewegungs-Trigger

Studien belegen: höhenverstellbare Tische verringern die Sitzzeit.

Foto: Andrey Popov/AdobeStock

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Höhenverstellbare Tische stehen schon lange im Verdacht, das Bewegungsverhalten ihrer Nutzer im Büro positiv zu beeinflussen. Zwei Studien aus dem Jahr 2018 belegen nun diese These: Wer an einem höhenverstellbaren Tisch arbeitet, sitzt weniger, fühlt sich wohler und arbeitet produktiver.

Zwei Studien mit ähnlichen Ergebnissen

Die Studie von Charlotte Edwardson und ihrem Team von der University of Leicester „Effectiveness of the Stand More AT (SMArT) Work intervention: cluster randomised controlled trial“ beschäftigte sich mit der Frage, wie viel Zeit Büroangestellte an einem höhenverstellbaren Tisch stehend verbringen. Daneben untersuchte das Forscherteam, welchen Einfluss eine geringere Sitzzeit auf die Einstellung der Angestellten zu ihrer Arbeit sowie auf bestehende Rückenschmerzen hat.

Für die Studie wurden 146 Angestellte, 80 Prozent von ihnen weiblich, mit einem Durchschnittsalter von 41 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Monaten begleitet. Die eine Hälfte der Teilnehmer erhielt einen höhenverstellbaren Schreibtisch mit einer entsprechenden Einweisung, die andere Hälfte arbeitete an ihrem bisherigen Schreibtisch ohne Höhenverstellung weiter. Die Forscher ermittelten nach drei, sechs und zwölf Monaten mithilfe eines speziellen Bewegungssensors, wie viel Zeit die Teilnehmer im Sitzen verbracht hatten.

Ergebnisse der Leicester-Studie im Überblick: 

  • Zu Studienbeginn gab es keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen, die durchschnittliche Sitzzeit betrug 73 Prozent der Arbeitszeit, was etwa sechs Stunden entsprach.
  • Die Teilnehmer mit höhenverstellbaren Tischen verbrachten nach drei und nach sechs Monaten circa eine Stunde weniger im Sitzen als ihre Kollegen ohne höhenverstellbaren Tisch.
  • Am Ende der Studie, also nach einem Jahr, nahm die Sitzzeit in der Interventionsgruppe sogar um rund 80 Minuten ab.
  • Dies hatte auch Folgen in Bezug auf Rückenschmerzen: In der Interventionsgruppe ging das subjektive Schmerzempfinden leicht zurück.
  • Die Teilnehmer mit höhenverstellbaren Tischen waren nach eigenen Angaben außerdem motivierter, effizienter und weniger erschöpft als ihre durchweg sitzenden Kollegen.

Zum gleichen Thema erschien 2018 eine weitere Studie – durchgeführt und publiziert vom Forscherteam um Elizabeth Garland vom Department of Environmental Medicine and Public Health, Icahn School of Medicine at Mount Sinai, New York. Die Studie „Stand up to work: assessing the health impact of adjustable workstations“ hat ebenfalls über einen Zeitraum von einem Jahr die Auswirkungen von Steh-Sitzarbeitsplätzen im Vergleich zu reinen Sitzarbeitsplätzen untersucht.

Ergebnisse der Studie aus New York im Überblick:

  • Menschen an höhenverstellbaren Schreibtischen geben nach drei Monaten an, 17 Prozent weniger zu sitzen. Dieser Trend hielt bis zum Ende des Beobachtungszeitraums von 12 Monaten an.
  • 47 Prozent der Menschen mit höhenverstellbaren Tischen hatten deutlich weniger Schmerzen im oberen Rücken, dem Schulter- und Nackenbereich.
  • 88 Prozent der Teilnehmer gaben am Studienende an, dass höhenverstellbare Tische leicht zu bedienen sind.
  • 65 Prozent der Teilnehmer in der Interventionsgruppe berichteten über eine höhere Produktivität und Konzentrationsfähigkeit sowie über ein allgemein besseres Wohlbefinden.
  • Ebenfalls 65 Prozent berichteten von einem verbesserten Wohlbefinden auch außerhalb des Büros.

Beide Studien zeigen eindeutig die positiven Effekte des Einsatzes höhenverstellbarer Tische auf: Sie reduzieren die Sitzzeiten, sorgen für eine höhere Bewegungsdynamik und verbessern die orthopädische Gesundheit. Die Beschäftigten sind produktiver und fühlen sich wohler – im Büro und außerhalb der Arbeit. 

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