Die körpereigene Apotheke aktivieren

Durch körperliche Aktivität gelangen heilende Wirksubstanzen ins Blut

Foto: samuel/AdobeStock

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In der Rehabilitation ist Sport inzwischen einer der zentralen Bausteine. Die Patienten erhalten in der Regel eine Kombination aus Ausdauer-, Muskel- und Konditionstraining. Der Grund dafür ist: Muskuläre Aktivität setzt komplexe biochemische Wirkprozesse in Gang, die für die körperliche und geistige Gesunderhaltung des Menschen unentbehrlich sind.

Mit dem Blutstrom wandern Botenstoffe wie beispielsweise Myokine ins Fettgewebe, zu Leber, Herz, Tumorzellen oder ins Gehirn. Wissenschaftler haben inzwischen mehr als 400 verschiedene Myokine mit unterschiedlichen Wirkungsweisen ausgemacht. Ähnlich wie Hormone fungieren sie als Transmitter und Signalstoffe und haben damit Einfluss auf Stoffwechselprozesse im gesamten Körper.

Myokin Interleukin-6 wirkt entzündungshemmend

Die Aufgaben dieser Muskelheilstoffe sind vielfältig. Eine einzelne Myokin-Art kann bereits auf mehrere Organe gleichzeitig wirken. Interleukin-6 etwa stimuliert die Bildung neuer Abwehrzellen und wirkt entzündungshemmend. Entzündungen begünstigen viele chronische Erkrankungen, darunter auch Krebs. Daneben steigert Interleukin-6 den Fettstoffwechsel und macht Zellen empfänglicher für Insulin. Damit senkt die Substanz das Risiko für Übergewicht und Diabetes.

Vom Myokin BDNF (Brain Derived Neurotrophic Factor) wissen Forscher, dass es die Blut-Hirn-Schranke überwindet und einen Wachstumsfaktor für die Gedächtnispforte Hippocampus stimuliert. So verbessert der Muskelheilstoff das Erinnerungs- und Lernvermögen. Möglicherweise schützt BDNF auch vor Demenz und Depressionen.

Fazit: Körperliche Aktivität setzt in gewisser Weise eine körpereigene Apotheke in Gang, indem heilende und krankheitsvorbeugende Wirksubstanzen ins Blut gelangen. Die Devise lautet deshalb – nicht zu lange stillsitzen. Denn unser heutiges Dauersitzen blockiert all diese medizinisch wertvollen Wirkprozesse. Bleiben Sie also auch beim Sitzen in Bewegung. Dabei können Aktiv-Bürostühle, die intuitive Wechselhaltungen unterstützen, eine wertvolle Hilfe sein.

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