Macht Sport bewegungsfaul?

Einer Studie zufolge ruhen sich Sportler oft zu lange aus

Foto: New Africa/AdobeStock

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Sport stellt eine Möglichkeit dar, die mangelnde Bewegung aus dem Arbeitsalltag zumindest teilweise zu kompensieren und ist in jedem Fall besser, als sich alternativ auf dem Sofa zu lümmeln. Diese weit verbreitete These scheint durch eine Studie um das Forscherteam von Daniel Lark von der Vanderbilt Universität in Nashville ins Wanken zu geraten.

Die Forscher haben das Bewegungsverhalten von Mäusen in zwei Laborsituationen untersucht. In der einen Situation steht den Mäusen ein Laufrad zur Verfügung, in der anderen Situation ist dieses Laufrad arretiert. Da sich Mäuse, wie wir Menschen grundsätzlich auch, gerne bewegen, wird das Laufradangebot ausgiebig genutzt. Alle Bewegungen, auch die neben der Laufradnutzung, wurden über die gesamten Tage des Untersuchungszeitraumes mittels Infrarotdetektoren aufgezeichnet.

Energiemanagement ist entscheidend

Das Ergebnis ließ die Wissenschaftler aufhorchen: Mäuse, denen das Laufrad nicht beziehungsweise nur arretiert zur Verfügung stand, bewegten sich über den Tag mehr als Mäuse, die das Laufrad nutzten. Denn bei den Laufradnutzern zeigte sich, dass sich diese in den Pausen zwischen den Laufradtrainingseinheiten ausgiebig ausruhten und das Training in Bezug auf den Energieverbrauch mehr als kompensierten. Das könnte erklären, warum manche Menschen trotz Sport nicht abnehmen. Denn entscheidend dabei ist immer das Energiemanagement über den gesamten Tag. Sport regt möglicherweise nicht nur zu ausgiebigen Pausenzeiten mit Faulenzen an, sondern auch zu ausgiebiger Nahrungsaufnahme mit einer Energieüberkompensation.

Sport ist gut, stetige Bewegung im Alltag noch besser

Für den Arbeitsalltag heißt das: Entscheidend ist die stetige Bewegung als Basis des Energieumsatzes und dann eventuell noch Sport on Top. Diese stetige Arbeitsalltagsbewegung ist kein Problem, sie hängt jedoch maßgeblich von der Arbeits- und Arbeitsplatzorganisation ab. Die Basis bilden Arbeitsplätze, die zum Beispiel mittels höhenverstellbarer Tische zu Bewegung einladen und das Arbeiten in verschiedenen Körperhaltungen ermöglichen. Aber auch Wegstrecken sollten in den Arbeitsalltag eingebaut werden, um den Energieumsatz möglichst permanent hochzuhalten.

Fazit: Sport ist gut und wichtig für viele gesundheitliche Aspekte, wie zahlreiche Studien belegen konnten. Sport kann jedoch, so eine aktuelle Studie, auch ein Bremser des alltäglichen Bewegungsausmaßes sein. Hier zeigt die stetige, über den Tag verteilte und konsequente Bewegung Vorteile. Diese können Sie problemlos in Ihren Büroalltag integrieren, ohne an Produktivität zu verlieren – ganz im Gegenteil. Der Schlüssel ist die bewegungsverführende Arbeitsplatzorganisation.

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