Die Kunst des Abschaltens

Unruhe im Kopf? Einfache Methoden können zu mehr mentaler Ausgeglichenheit verhelfen.

Bild: Studio Romantic/AdobeStock

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Vielen Menschen fällt es schwer, nach Arbeitsende den Kopf frei zubekommen. Terminstress, Leistungsdruck und wachsende Arbeitsverdichtung sorgen dafür, dass die Gedanken immer um die Arbeit kreisen. Der Homeoffice-Trend scheint diese Problematik noch einmal zu verstärken, da im heimischen Büro die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zusehends verschwimmen. Doch es gibt einfache Methoden, die beim Abschalten helfen.

Geht es Ihnen auch manchmal so, dass Ihr Kopf noch weiterarbeitet, obwohl Sie gerade in den Feierabend gestartet sind? Dann sind sie nicht allein: Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes fällt es jedem achten Arbeitnehmer schwer, nach der Arbeit abzuschalten. Das birgt gesundheitliche Risiken. So gilt beruflicher Stress als Schlafräuber Nummer eins und als Auslöser von Krankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Ein Ausgleich zur Arbeit ist deshalb unerlässlich, um langfristig gesund zu bleiben.

Trennlinie zwischen Arbeit und Privatleben ziehen

Um den Bürostress hinter sich zu lassen, sollten Sie eine symbolische Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen. Das gelingt am besten, indem Sie sich grundsätzlich kurz vor Büroschluss die To-dos für den nächsten Arbeitstag aufschreiben. Denn wer seine Aufgaben oder auch Sorgen buchstäblich auf dem Papier ablädt, entlastet sein Gehirn und wird dadurch frei für andere Themen und Denkvorgänge.

Ist das Homeoffice Ihr Arbeitsplatz, dann sollten Sie es nach der Arbeit verlassen. Wenn Sie ein Arbeitszimmer haben, kann es reichen, die Tür zu schließen. Falls Sie am Küchen- oder Wohnzimmertisch arbeiten, dann sollten Sie diesen am Ende des Arbeitstages komplett aufräumen und eine Runde um den Block gehen. Es können auch andere Rituale sein – wichtig ist es, sich selbst ein „Feierabend-Signal“ zu setzen.

Körperliche Aktivität ist das Mittel gegen Stress schlechthin

Ein ideales Stressventil ist Bewegung. Sie steigert den Endorphin- und Serotoninspiegel – die Gegenspieler der Stresshormone. Zudem hebt körperliche Aktivität die Laune. Gut geeignet zum Stressabbau sind Ausdauersportarten wie Wandern, Laufen, Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen. Nach rund 45 Minuten moderater Bewegung stellt sich in der Regel ein Gefühl mentaler und körperlicher Entspannung ein. Wenn man sich dabei in der Natur bewegt, ist der Entspannungseffekt noch größer.

Während körperliche Aktivität als universelles Mittel gegen Stress gilt, so gibt es noch viele weitere Methoden, die je nach persönlichen Vorlieben ebenfalls dem Stress entgegenwirken können. Ob Sauna, Schaumbad, Massage oder Floating – unter dem Schlagwort „Wellness“ findet nahezu jeder seinen individuellen Stresskiller. Auch mit einer ausgewogenen Ernährung kann man etwas für sein körperliches und mentales Wohlbefinden tun. Zudem ist Kochen eine Tätigkeit, die bei vielen Menschen in einen Flow-Zustand führt.

Katzenschnurren senkt Puls und Blutdruck

Vielleicht haben Sie es schon einmal selbst erlebt, wie gut es tut, den warmen Körper einer Katze zu streicheln und ihr Schnurren zu spüren? Tatsächlich haben Haustiere eine erstaunliche Wirkung auf uns Menschen. Sie beruhigen, sorgen für Entspannung und können sogar bei der Therapie seelischer und körperlicher Erkrankungen helfen. Studien zufolge mindert das Zusammensein mit einem Haustier effizienter unseren Stresslevel als der Kontakt zu einem menschlichen Partner. Das Streicheln und sogar die reine Anwesenheit eines Haustieres senkt Puls und Blutdruck von Menschen und triggert die Ausschüttung des „Glückshormons“ Endorphin und des Bindungshormons Oxytocin.

Über Sorgen sprechen und Akzeptanz üben

Die Coronakrise hat viele Menschen mit Ungewissheiten und Sorgen rund um Gesundheit, Beruf und Familie konfrontiert. Aber auch jenseits von Pandemien müssen wir mit Unwägbarkeiten und Problemen umgehen. Entscheidend dabei ist unsere mentale Einstellung. Wenn wir uns in einer Situation wiederfinden, die Sorgen hervorruft, dann sollte man zunächst alles was in der eigenen Hand liegt tun, um die Situation erträglicher zu machen. Aktiv zu werden verschafft ein positives Gefühl, lenkt vom Grübeln ab und verhindert, sich später Vorwürfe zu machen, nicht alles versucht zu haben. Aber auch die Fähigkeit, nicht veränderbare Probleme zu akzeptieren, ist für die eigene psychische Gesundheit von entscheidender Bedeutung. Befreiend wirkt außerdem, über Sorgen und Probleme zu sprechen beziehungsweise sprechen zu können.

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