Moderne Physiotherapie kümmert sich um Menschen – nicht um Körperteile

Eine ganzheitlich verstandene Physiotherapie gibt Patienten Strategien zum Umgang mit ihren Beschwerden an die Hand

Die Behandlung ist nur ein Teil der Physiotherapie. Ihr Ziel ist es, Patienten Strategien zum Umgang mit ihren Beschwerden an die Hand zu geben. Bild: pololia/AdobeStock

Die Behandlung ist nur ein Teil der Physiotherapie. Ihr Ziel ist es, Patienten Strategien zum Umgang mit ihren Beschwerden an die Hand zu geben. Bild: pololia/AdobeStock

Welche Assoziationen weckt bei Ihnen der Begriff „Physiotherapie”? Die meisten Menschen denken dabei an Patienten auf Behandlungsliegen, an schmerzhafte Triggerpunkte und angeleitete Krankengymnastik am Gerät. Das alles gehört zweifelsohne zur Physiotherapie – und ist dennoch nicht ihr Wesenskern. Eine ganzheitliche Physiotherapie geht nach Ansicht von Sporttherapeut Jochen Zebisch, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von mendo:movo, weit über eine passive Behandlung hinaus.

Kontrolle über das eigene Leben zurückgewinnen

Moderne Physiotherapie bedeutet Zebisch zufolge, Menschen Strategien zu vermitteln, die ihnen dabei helfen, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen und wieder auf ihren „eigentlichen" Weg zurückzufinden. Denn Krankheit wird oft auch als Kontrollverlust erlebt, der Menschen von ihren Plänen und Zielen entfernt.

Dass ein so anspruchsvolles Ziel nicht im Rahmen einer passiven Behandlung oder gar durch eine spezielle Behandlungstechnik erreicht werden kann, liegt auf der Hand. Die Rolle der Physiotherapie muss es vielmehr sein, Menschen zur eigenverantwortlichen, aktiven Mitwirkung an der Therapie zu befähigen – und sie dadurch auch wieder zu Akteuren ihres eigenen Lebens zu machen.

Die moderne Physiotherapie …

  • … stellt den Patienten in den Mittelpunkt.
  • … kümmert sich um Menschen, nicht um Körperteile oder Krankheiten.
  • … ergründet die Barrieren, die den Zielen ihrer Patienten im Wege stehen und entwickelt mit ihnen zusammen Pläne, diese zu überwinden.
  • … ist primär etwas, was ein Patient aktiv macht, und nichts, was mit ihm gemacht wird.
  • … ist viel mehr als die Summe ihrer Behandlungstechniken – sie sind lediglich Mittel zum Zweck.

Mehr über dieses Verständnis von Physiotherapie erfahren Sie in dem Artikel „Moderne Physiotherapie: Physiotherapie findet auf der Behandlungsliege statt – Mythen aus der Physiotherapie und Rehabilitation" aus dem Premium-Bereich des des mendo:movo Partners Physio meets Science".

Topthemen aus Forschung und Wissenschaft: Beiträge aus dem wissenschaftlichen Beirat

Das Redaktionsteam von mendo:movo hat bei den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats nachgefragt, welches Thema ihnen aus der jeweils fachlichen bzw. wissenschaftlichen Sicht aktuell am wichtigsten ist und unbedingt einer breiteren Öffentlichkeit vermittelt werden sollte. Das Ergebnis ist eine Artikelserie, die in den kommenden Wochen auf mendo:movo veröffentlicht werden wird.

Dr. Dieter BreitheckerIm zweiten Teil unserer Reihe stellen wir Ihnen Jochen Zebisch und seine Philosophie einer modernen Physiotherapie vor. Zebisch ist Sporttherapeut DVGS Orthopädie/Rheumatologie/Traumatologie, Sportwissenschaftler M. A. (Prävention/Rehabilitation) und Lehrbeauftragter für Medizinische Trainingstherapie der Universität Heidelberg. Seinen physiotherapeutischen Ansatz hat er u. a. im Lehrbuch „Dimensionen und Visionen des Sports“ vorgestellt. Jochen Zebisch betreibt außerdem die Webseite „Physio meets Science". Im Premium-Bereich von „Physio meets Science" werden regelmäßig Zusammenfassungen der aktuellsten Studien und Artikel im Bereich Prävention und (Physio-) Therapie veröffentlicht, die die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse filtern und übersichtlich aufbereiten um diese in den (bewegungstherapeutischen) Alltag zu übersetzen.

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